Rundreise - Wüste
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UNICUM

Rosskur unter Palmen. Es muss nicht immer London sein: Sprachkurse mal woanders...
(von Michael Bröning, UNICUM Nr. 5 Mai 2002, S. 22f)

Spanisch in Madrid, Business English in London, Intensivkurs Italienisch in der Lombardei... Stationen wie diese finden sich in fast jedem halbwegs vielversprechenden Studi-Lebenslauf. Die Folge: Mordsmäßig viel Eindruck ist mit solchen Auslandserfahrungen kaum noch zu schinden - weder als welterfahrener Globetrotter auf der WG-Party noch beim heiß begehrten Bewerbungsgespräch in der Unternehmensberatung. Wie wäre es deshalb mal mit etwas Exotischerem?
Sprachkurse mit echtem Weltreise-Flair gibt es längst nicht mehr nur für Topmanager in Nadelstreifen. Auch für den schmaleren Geldbeutel finden sich mittlerweile zahlreiche etwas andere Angebote. Lust auf Litauisch in Vilnius oder auf vier Wochen Arabisch in Damaskus? Klingt gut, ist aber noch besser. Findet jedenfalls Olaf Witte aus Passau. Schon zwei Mal hat der angehende Kulturwissenschaftler in der syrischen Hauptstadt die (Sprach)Schulbank gedrückt. Das letzte Mal im März 2001. Beide Reisen waren für ihn ein bleibendes Erlebnis. "Aus Syrien habe ich viel, viel mehr als nur eine orientalische Wasserpfeife mit nach Hause genommen", meint er. "Die völlig andere Kultur, der für europäische Maßstäbe komplett verrückte Straßenverkehr, die herzliche Gastfamilie, das Eintauchen in eine völlig andere Welt, all das sind Erfahrungen, die ich nie vergessen werde".
Und auch studientechnisch hat sich der Sprachkurs für den Passauer bezahlt gemacht. Denn die Arabischkenntnisse, die er sich vor der Abreise bei einem Sprachkurs an der Uni zugelegt hatte konnte er in Syrien umfassend ausbauen. "Als ich ankam konnte ich kaum ein Wort", gesteht er, "aber in Damaskus hat man keine Wahl. Schließlich spricht dort kaum jemand Englisch". Zurückblickend sind es aber nicht nur die regelmäßigen Unterrichtsstunden, die Olaf Witte im Gedächtnis blieben: "Die ganze Aktion war mehr als nur ein Sprachkurs", meint er. Denn Ausflüge, Kochunterricht und Nachhilfe in syrischem Volkstanz gehörten ebenso zum Programm wie verträumte Abende im Innenhof eines orientalischen Palastes. Prädikat: Empfehlenswert - nicht nur für zukünftige Islamwissenschaftler. (...)