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Veronika Wolf
ARABESKE "individuell". Erfahrungsbericht
Auf der Suche nach einer Sprachschule, die mir ausserhalb der
ueblichen Sommerkurse und fuer nur ein paar Wochen bei der Auffrischung meiner
Arabischkenntnisse helfen koennte, bin ich im Internet nur ein einziges Mal
fuendig geworden: ARABESKE und ihr Angebot ARABESKE "individuell"
in Damaskus, Syrien.
Die Anmeldung zum Sprachkurs lief ohne Probleme ueber die Homepage. Wegen
weiterer Fragen und zur Abklaerung des Unterrichtablaufes stand ich bald telefonisch
mit Ahmad Zahra, dem Leiter der Sprachschule, in Verbindung. Er spricht perfekt
Deutsch und unterrichtet das auch am Goethe-Institut und an der Universitaet
Damaskus. Darueber hinaus ist er aber in erster Linie mit Leib und Seele Arabischlehrer,
dem es nicht nur um die Uebermittlung der Sprache, sondern auch um die Uebermittlung
der arabischen Lebensweise geht. Dementsprechend ist man fuer ihn nicht nur
Schueler, sondern auch und vorallem Gast.
Bei meiner Ankunft hat er mich am Flughafen abgeholt und zu meiner Gastfamilie
nach Bab Tuma, dem christlichen Viertel der Altstadt von Damaskus, gebracht.
Dort wurde uns von Teres, meiner Gastgeberin, nach einem freundlichen "ahlan
wa sahlan" gleich ein Kaffee zum Empfang serviert. Ich hatte ein eigenes
grosses Zimmer, konnte meine Waesche bei ihr waschen und gegen einen kleinen
Aufpreis jeden Mittag die koestliche arabische Kueche geniessen. Ihre Gastfreundlichkeit
hat mir die Eingewoehnung in Damaskus sehr leicht gemacht.
Was den Ort des Unterrichts betraf, so bestand die erste Lektion, die ich
von Ahmad bekam, darin, den Weg zu seinem Haus selbststaendig zu finden. Das
bedeutete Busfahrenlernen und sah folgendermassen aus: Man stellt sich an
den Strassenrand und versucht in Windeseile zu entziffern, was auf den vorbeirasenden
Minibussen steht. Dann haelt man den Richtigen per Handzeichen an, quetscht
sich zu den anderen Passagieren und reicht dann das Geld fuer die Fahrt nach
vorne. Nach einer rasanten Fahrt durch den damaszener Strassenverkehr muss
man dann noch zum richtigen Zeitpunkt "al yamin!" rufen und ist
draussen. Ein echtes Abenteuer, bei dem ich wunderbar die Leute beobachten
konnte, und auf das ich mich jeden Tag gefreut habe.
Der Unterricht dauert drei Stunden und fand in meinem Fall von 9 bis 12 Uhr
statt. Er orientiert sich am individuellem Niveau und Interesse und wird sehr
locker und vorallem vielseitig gehalten. Ahmad ist ein lustiger und zugleich
strenger Lehrer - was beim Arabischlehren beides sehr hilflreich ist - und
legt grossen Wert auf die praktische Anwendbarkeit des Gelernten. So steht
neben dem richtigen Handeln im Suq oder den Umgang mit sturen Taxifahrern
die Einfuehrung in den syrischen Dialekt ebenso auf dem Lehrplan, wie die
Worte des Muezzinrufes und die Gebetsweisen der Moslems, sowie aktuelle politische
Themen, die anhand von Zeitunglektuere erarbeitet werden. Wir haben sogar
ein Maerchen miteinander gelesen, das ich dann auswendig lernen "durfte",
wodurch mein Hoer- und Sprechvermoegen unglaublich verbessert wurde. Zwischendurch
gab es immer mal wieder einen Exkurs ueber arabische Musik, Geschichte, Literatur,
wobei Ahmad jeder Frage gegenueber sehr offen war und zu jedem Thema Nachschlagetipps
gegeben hat.
Alles in allem muss ich sagen, das ich in den drei Wochen, die ich in Damaskus
bei ARABESKE verbracht
habe, weit mehr gelernt habe, als ich vorher erwartet hatte. Sowohl der Unterricht,
als auch der Lehrer, die Stadt und die Sprache sind unbedingt zu empfehlen.
Veronika Wolf 28.Oktober 2002
Fuer weitere Fragen: vroniwolf@web.de